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Kultur & Feste

Iftar auf westafrikanisch: Kunu, Kosai, Datteln & mehr

Im Ramadan bricht man das Fasten nach Sonnenuntergang mit dem Iftar. In Westafrika – vor allem im Norden Nigerias, in Niger, Ghana und Senegal – haben sich dafür eigene Traditionen entwickelt: Datteln, warme Breie, Bohnenküchlein und erfrischende Getränke. Hier stellen wir die Klassiker vor und zeigen, wie du sie in Deutschland zubereitest.

Wie ein westafrikanisches Iftar aufgebaut ist

Traditionell bricht man das Fasten mit Datteln und Wasser, oft auch mit einem Getränk wie Kunu oder Zobo. Danach folgen meist leichtere Speisen wie warmer Brei und Snacks. Nach dem Abendgebet kommt in vielen Familien eine größere Mahlzeit auf den Tisch.

Im Norden Nigerias sind dafür Kosai (Bohnenküchlein), Masa (Reisküchlein), Kunu und Koko typisch. Im Senegal nennt man das Fastenbrechen Ndogou; dazu gehören häufig Datteln, Brot, Café Touba oder süßer Milchkaffee und Bissap. Das Ramadan-Datum verschiebt sich jedes Jahr, weil es sich nach dem islamischen Mondkalender richtet.

Getränke: Kunu, Zobo und Bissap

Kunu ist ein Sammelbegriff für Getränke aus Nordnigeria, die meist aus Hirse, Sorghum oder Tigernüssen gemacht werden. Kunun Aya aus Tigernüssen ist besonders einfach: Tigernüsse einweichen, mit Datteln und Wasser mixen, abseihen. Das komplette Rezept steht unter Kunu Aya – Tigernussmilch selber machen.

Zobo (in Senegal Bissap) aus Hibiskusblüten wird mit Ingwer und Ananas gekocht und gekühlt getrunken. Tipp für den Ramadan: Am Wochenende einen großen Topf kochen, im Kühlschrank hält er laut unserem Rezept drei bis vier Tage. Zum Rezept: Zobo / Bissap selber machen.

Mehr Hintergründe zu Hibiskus-Getränken liest du in Bissap, Zobo, Sorrel, Agua de Jamaica.

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Kosai und Masa: Die Küchlein zum Fastenbrechen

Kosai ist der Hausa-Name für die Bohnenküchlein, die im Süden Nigerias Akara heißen. Sie bestehen aus geschälten Augenbohnen, die mit Zwiebel und Chili püriert, luftig aufgeschlagen und frittiert werden. So gehst du vor:

  1. Getrocknete Augenbohnen einige Stunden einweichen, dann die Schalen durch Reiben zwischen den Händen lösen und abspülen.
  2. Mit Zwiebel, Chili und wenig Wasser zu einer dicken Paste pürieren.
  3. Salz zugeben und die Masse kräftig schlagen, bis sie luftig wird.
  4. Löffelweise in heißem Öl rundum goldbraun und vollständig durchfrittieren.

Masa sind kleine, leicht säuerliche Küchlein aus fermentiertem Reisteig, die in einer speziellen Pfanne mit Mulden gebacken werden. Sie werden oft mit Zucker oder mit scharfer Würze gegessen.

Für Kosai brauchst du keine Spezialzutaten außer den Augenbohnen. Wichtig ist, die Masse gut aufzuschlagen, damit die Küchlein innen locker werden, und sie bei mittlerer Hitze zu frittieren, damit sie innen vollständig garen, bevor sie außen zu dunkel werden. Dazu passt eine scharfe Pfeffersauce oder ein Yaji-Gewürz zum Bestreuen. Im Ramadan werden Kosai oft gleich nach den Datteln gegessen, zusammen mit Koko oder Kunu.

Warme Breie: Koko und Kunu

Nach dem Fasten greifen viele zu einem warmen, flüssigen Brei. In Ghana und im Norden Nigerias ist Koko (Hausa Koko) verbreitet: ein würziger Hirsebrei mit Ingwer, Nelken und Chili, der mit Zucker und oft mit Kosai oder Brot gegessen wird. Auch dickere Kunu-Varianten werden warm getrunken.

Wenn du keine fermentierte Hirse bekommst, kannst du dich an Alternativen halten: Ein Brei aus Custard Powder ist schnell gemacht. Auch gebrochener weißer Mais lässt sich zu einem süßen Brei kochen – siehe Canjica.

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Die Hauptmahlzeit nach dem Gebet

Später am Abend wird oft deftiger gegessen. Beliebt sind:

  • Tuwo mit Suppe: Tuwo Shinkafa aus Reismehl mit Okra-Suppe oder Groundnut Soup.
  • Reisgerichte: Jollof oder Reis mit Tomaten-Stew.
  • Pepper Soup: eine würzige, klare Suppe mit Fleisch oder Fisch.
  • Gegrilltes Fleisch: mit Suya-Gewürz, siehe Suya.

Wer auf Halal achtet, prüft bei Konserven, Brühwürfeln und Fertigprodukten das Etikett. Worauf es dabei ankommt, erklären wir in Halal einkaufen im Afroshop.

Suhoor: Die Mahlzeit vor der Morgendämmerung

Neben dem Iftar gibt es im Ramadan eine zweite feste Mahlzeit: Suhoor (in Westafrika oft Sahur genannt) wird vor der Morgendämmerung gegessen. In vielen westafrikanischen Haushalten kommen dann Speisen auf den Tisch, die lange satt halten und sich schnell aufwärmen lassen:

  • Reste vom Vorabend, etwa Reis mit Stew oder Tuwo mit Suppe
  • Bohnengerichte wie Beans Porridge
  • Brei aus Hirse, Mais oder Custard
  • Tee oder Kaffee mit Brot
  • Kunu, das schon am Vorabend vorbereitet wurde

Praktisch für Deutschland: Koche am Abend etwas mehr, als für den Iftar nötig ist, und stelle eine Portion direkt beiseite. Morgens musst du sie nur noch erhitzen. Ein Topf Beans Porridge lässt sich zum Beispiel gut für mehrere Tage vorkochen. Da der Ramadan je nach Jahr in andere Jahreszeiten fällt, sind die Fastentage in Deutschland mal kurz, mal sehr lang – umso wichtiger ist eine gute Vorbereitung.

Iftar-Plan und Einkaufsliste

Phase Was Vorbereitung
Fastenbrechen Datteln, Wasser, Kunu oder Zobo Getränke am Wochenende auf Vorrat kochen
Kleine Mahlzeit Kosai, Masa, Koko oder Custard Bohnen über Tag einweichen
Hauptmahlzeit Tuwo mit Suppe, Reis mit Stew, Pepper Soup, Suya Suppen vorkochen und portionsweise einfrieren

Einkaufsliste für den Ramadan:

  • ☐ Datteln
  • ☐ Tigernüsse für Kunu Aya
  • ☐ Getrocknete Hibiskusblüten für Zobo
  • ☐ Augenbohnen für Kosai
  • ☐ Reismehl für Tuwo
  • ☐ Custard Powder
  • ☐ Suya-Gewürz, Brühwürfel, Ingwer

Tipps zum Vorkochen findest du in Meal Prep: Stews und Suppen einfrieren.

Häufige Fragen

Was isst man in Nigeria zum Iftar?

Im Norden Nigerias sind Datteln, Kunu, Kosai (Bohnenküchlein), Masa (Reisküchlein) und warmer Brei wie Koko verbreitet. Später folgt oft Tuwo mit Suppe oder ein Reisgericht.

Was ist der Unterschied zwischen Kosai und Akara?

Es ist dasselbe Gericht: frittierte Küchlein aus geschälten Augenbohnen. Kosai ist der Hausa-Name, Akara der Yoruba-Name.

Was bedeutet Ndogou?

Ndogou ist im Senegal die Bezeichnung für das Fastenbrechen im Ramadan, oft mit Datteln, Brot, Kaffee und Bissap.

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