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Küche & Gerichte

Kamerunische Küche: Ndolé, Eru, Poulet DG & Co.

Kamerun wird oft „Afrika im Kleinen“ genannt, und das gilt auch für die Küche: Vom Regenwald im Süden bis zur Savanne im Norden gibt es enorm viele Gerichte. Wir stellen dir die Klassiker vor, die du in kamerunischen Familien und Restaurants am häufigsten findest – und erklären, welche Zutaten du dafür brauchst.

Was die kamerunische Küche prägt

Kamerun liegt zwischen West- und Zentralafrika, und genau das schmeckt man. Palmöl, Erdnüsse, Kochbananen, Maniok und Cocoyam sind überall wichtig. Dazu kommen Blattgemüse, getrockneter Fisch, Crayfish und eine große Auswahl an lokalen Gewürzen, von denen viele außerhalb des Landes kaum bekannt sind.

Gekocht wird in vielen Familien mit großzügig Brühwürfeln. Neben Maggi sind Jumbo-Würfel in Kamerun sehr verbreitet. Zu den Gerichten werden Swallows wie Fufu (oft aus Mais oder Cocoyam), Water Fufu aus fermentiertem Maniok, Bobolo und Miondo oder einfach gekochte und frittierte Kochbananen gegessen.

Weil Kamerun zweisprachig ist, haben viele Gerichte französische und englische Namen. Poulet DG heißt nur auf Französisch so, Eru kennt man vor allem im englischsprachigen Südwesten.

Die Klassiker im Überblick

Gericht Hauptzutaten Typische Beilage
Ndolé Bitterblätter, Erdnusspaste, Fleisch, Fisch oder Garnelen Miondo, Bobolo, Kochbanane
Eru fein geschnittene Eru-Blätter, Waterleaf, Palmöl, Crayfish, Fleisch und Fisch Water Fufu, Gari (Eba)
Poulet DG Hähnchen, frittierte reife Kochbanane, Möhren, Paprika, grüne Bohnen als Komplettgericht
Koki pürierte Bohnen, Palmöl, in Blättern gedämpft Kochbanane, Maniok
Achu mit Yellow Soup gestampfter Cocoyam, gelbe Sauce aus Palmöl Achu ist selbst die Beilage
Mbongo Tchobi schwarze Sauce aus gerösteten Gewürzen, meist Fisch Kochbanane, Maniok
Okok Gnetum-Blätter mit Erdnusspaste, salzig oder süß Maniokstangen
Sauce d’arachide Erdnusssauce mit Fleisch oder Fisch Reis, Kochbanane
Soya scharf gewürztes Grillfleisch Zwiebeln, Chili, Brot
Puff-Puff mit Bohnen frittierte Hefeteigbällchen, Bohnen, oft Brei (Bouillie) Frühstück

Die Liste ist eine Auswahl. Jede Region und viele Volksgruppen haben eigene Spezialitäten, die hier nicht alle Platz finden.

Ndolé: das bekannteste Gericht Kameruns

Ndolé wird oft als Nationalgericht Kameruns bezeichnet und stammt aus der Küstenregion um Douala. Grundlage sind die Blätter einer Bitterpflanze, verwandt mit dem westafrikanischen Bitterleaf. Sie werden mehrfach gekocht und gewaschen, bis die Bitterkeit angenehm mild ist.

Die Blätter kommen in eine cremige Sauce aus gekochten, gemahlenen Erdnüssen. Dazu Rindfleisch, geräucherter Fisch oder Garnelen, Zwiebeln, Knoblauch und Brühwürfel. Zum Schluss wird oft in reichlich Öl gebratene Zwiebel oder ein Teil der Garnelen obenauf gegeben.

So gehst du beim Kochen grundsätzlich vor:

  1. Ungeröstete Erdnüsse weich kochen und fein pürieren.
  2. Fleisch mit Zwiebel und Brühwürfel vorgaren.
  3. Erdnusspaste in die Brühe rühren und köcheln lassen, bis sie andickt.
  4. Die vorbereiteten Blätter unterheben und mitgaren.
  5. Garnelen oder Fisch zugeben, abschmecken und mit gebratenen Zwiebeln servieren.

Getrocknete Ndolé-Blätter sind in Afroshops nicht immer verfügbar. Spinat ist geschmacklich kein echter Ersatz, macht das Gericht aber nachkochbar, wenn du die Blätter nicht bekommst.

Eru: Blätter, Palmöl und Water Fufu

Eru kommt aus dem Südwesten Kameruns und ist besonders bei den Bayangi verbreitet. Die Blätter der Eru-Pflanze (Gnetum africanum) werden sehr fein geschnitten und mit reichlich Waterleaf gekocht, der Flüssigkeit abgibt. In Nigeria kennt man dieselben Blätter als Afang.

Dazu kommen Rindfleisch, Kuhhaut, geräucherter Fisch, Crayfish und eine großzügige Menge rotes Palmöl. Eru ist eher eine dicke Blattgemüse-Masse als eine Suppe. Klassisch wird es mit Water Fufu aus fermentiertem Maniok gegessen, alternativ mit Eba aus Gari.

Wenn du keinen Waterleaf bekommst, nehmen viele in Europa Spinat als Ersatz. Wie du Eba oder Fufu zubereitest, steht in unserer Anleitung Fufu, Eba und Kokonte zubereiten. Hintergründe zu Palmöl findest du im Palmöl-Ratgeber.

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Poulet DG: das Festtagsgericht

Poulet DG steht für „Poulet Directeur Général“ – Hähnchen für den Generaldirektor. Der Name spielt darauf an, dass das Gericht als besonders reichhaltig galt. Heute ist es ein beliebtes Gericht für Feiern und Sonntage.

Hähnchenteile werden gewürzt, angebraten und mit Zwiebeln, Tomaten, Knoblauch, Ingwer, Möhren, Paprika und grünen Bohnen geschmort. Kurz vor dem Servieren kommen frittierte Scheiben reifer Kochbanane dazu. So entsteht ein Komplettgericht, das ohne weitere Beilage auskommt.

Für die Würze reichen Brühwürfel, Salz, Pfeffer und frische Kräuter wie Petersilie. Wer es schärfer mag, gibt frische Chili dazu.

Koki, Achu, Mbongo Tchobi und Okok

Koki ist ein Bohnenkuchen: Geschälte Bohnen werden fein püriert, mit Palmöl, Salz und Chili vermischt, in Bananenblätter gewickelt und gedämpft. Das Ergebnis ist fest, orange und sehr sättigend. Verwandte Gerichte sind Moi Moi in Nigeria und Akara als frittierte Variante.

Achu aus dem Nordwesten besteht aus gestampftem Cocoyam, der in einer Mulde mit Yellow Soup serviert wird. Die gelbe Sauce entsteht aus Palmöl, das mit einer Lösung aus Kanwa, einem mineralischen Salz, emulgiert wird. Gegessen wird mit den Fingern.

Mbongo Tchobi aus der Region der Bassa ist eine fast schwarze Sauce. Die Farbe kommt von gerösteten und gemahlenen Gewürzen. Meist wird sie mit Fisch zubereitet.

Okok aus der Zentralregion wird aus fein geschnittenen Gnetum-Blättern mit Erdnusspaste zubereitet und je nach Variante salzig oder süß gegessen.

Frühstück und Streetfood in Kamerun

Ein typisches Frühstück an kamerunischen Straßenständen ist BHB: Beignets, Haricots, Bouillie. Gemeint sind frittierte Hefeteigbällchen (in Nigeria Puff-Puff), dazu würzig gekochte Bohnen und ein warmer Brei, oft aus Mais. Das ist günstig, sättigend und in vielen Städten an jeder Ecke zu finden.

Abends treffen sich viele an Grillständen. Soya ist scharf gewürztes, gegrilltes Rindfleisch, eng verwandt mit nigerianischem Suya. Sehr beliebt ist auch Poisson braisé: Ganzer Fisch wird mit einer Paste aus Kräutern, Knoblauch, Ingwer und Chili eingerieben und über Holzkohle gegrillt. Dazu gibt es gegrillte Kochbananen oder Bobolo und eine scharfe Sauce.

Wenn du Soya zu Hause nachmachen willst, funktioniert unser Suya-Rezept als Ausgangspunkt. Mehr Ideen für Snacks vom Grill findest du in Streetfood aus Westafrika.

Einkaufsliste für kamerunische Gerichte

Diese Zutaten decken die meisten der hier vorgestellten Gerichte ab:

  • Rotes Palmöl – für Eru, Koki und Yellow Soup
  • Ungeröstete Erdnüsse – für Ndolé, Okok und Erdnusssauce
  • Crayfish – für Eru und viele Saucen
  • Brühwürfel – Jumbo oder Maggi, siehe Brühwürfel in Westafrika
  • Cocoyam-Fufu oder Gari als Swallow
  • Frisch: Kochbananen, Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer, Tomaten, Chili, Blattgemüse

Die passenden Swallows im Vergleich findest du im Swallow-Vergleich, Gewürzwissen im Ratgeber Gewürze der westafrikanischen Küche.

Häufige Fragen

Was ist das Nationalgericht Kameruns?

Ndolé wird häufig als Nationalgericht bezeichnet. Es besteht aus Bitterblättern in einer Erdnusssauce mit Fleisch, Fisch oder Garnelen und wird mit Miondo, Bobolo oder Kochbanane gegessen.

Was bedeutet Poulet DG?

DG steht für „Directeur Général“, also Generaldirektor. Der Name deutet an, dass das Hähnchengericht mit Kochbananen und Gemüse als besonders üppig und festlich gilt.

Sind Eru und Afang dasselbe?

Die Blätter sind dieselben (Gnetum africanum). Eru ist das kamerunische Gericht, Afang die nigerianische Suppe der Efik und Ibibio. Beide werden mit Waterleaf und Palmöl gekocht, unterscheiden sich aber in Zubereitung und Beilagen.

Womit kann ich Ndolé-Blätter ersetzen?

Einen echten Ersatz gibt es nicht, da der leicht bittere Geschmack typisch ist. Wer die Blätter nicht bekommt, nimmt oft Spinat – das Ergebnis schmeckt milder, ist aber eine brauchbare Alltagsvariante.

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